Zwischen Arbeit und Menschsein. Prekarität und Verletzlichkeit in der Fleischfabrik

Demonstration vor dem Tönnies-Konzern“ vom 16.07.2020 von Hakanneu Nutzung unter CC BY-SA 4.0 / Ausschnitt und farbliche Anpassung durch Sabrina A. Arneth

„Wir haben zwei Vorarbeiter, ein Mann, eine Frau, die schreien einen an, sind sehr vulgär, egal ob jemand älter ist oder keine Kraft mehr hat. Die ganze Zeit, egal was ist, man wird ständig beschimpft und gestoßen und geschubst. Die nutzen auch aus, dass die Mehrheit an unserem Band kein Deutsch spricht. Eine Frau hat sich beim Chef darüber beschwert. Sie hat sogar gedolmetscht, ist aber trotzdem sofort rausgeflogen.“ – Herr Andreas*, Arbeiter in der Fleischindustrie

Wie sprechen wir über Menschen, deren Situation unsicher ist, deren Körper und Leben bedroht sind, die im Alltag Verletzungen erleiden oder befürchten müssen? Wie sprechen wir, wenn wir selbst unsicher und bedroht sind und/oder uns so fühlen über unsere Erfahrungen? Als Sozialwissenschaftler*innen gehört es zu unserem Beruf, die große Vielfalt von gleich- und ungleichzeitigen Erfahrungen zu bündeln und auf wissenschaftliche Weise weiterzutragen. Dabei entstehen Theorien, Konzepte, Protokolle und Statistiken, die niedergeschrieben werden und (bestenfalls) den anschließenden wissenschaftlichen Diskurs voranbringen. Sie werden dadurch Teil der wissenschaftlichen Welterzeugung. Wie diese Arbeitsweise funktioniert und zu welchen (teils unterschiedlichen) Erklärungen sozialer Phänomene man gelangen kann, soll in diesem Essay anhand der Erfahrungen migrantischer Beschäftigter in der deutschen Fleischindustrie beleuchtet werden.

Das ist doch Terror, was hier in Deutschland abgeht! Da wird man doch verrückt, ich komme nie wieder her.“ So lautet die Schlussfolgerung eines rumänischen Arbeiters nach einem dreimonatigem Arbeitsaufenthalt in Deutschland, der im Interview mit dem DLF Kultur anonym bleiben möchte. Er arbeitete für Tönnies, einen der umsatzstärksten deutschen Fleischkonzerne, war allerdings dort nie direkt angestellt. Stattdessen hatte er befristete Werkverträge bei einem Subunternehmen, die wiederum von Tönnies beauftragt wurden. Nun verlässt er wütend und mit dem Gefühl, seiner Zeit, seines Geldes, seiner Gesundheit und Würde beraubt worden zu sein mit einer Gruppe Kolleg*innen das Land. Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend – viele sagen, sie sei kaum zu schaffen – und gleichzeitig machen viele migrantische Beschäftigte die Erfahrung, dass ihnen essenzielle Rechte in Deutschland verwehrt werden. Dies betrifft Arbeitsschutzrechte und gesetzlich abgesicherte Mindeststandards, aber auch grundlegende Menschenrechte. So ist beispielsweise dokumentiert, dass Ruhezeiten oft nicht eingehalten, Feiertage missachtet oder Beschäftigte um den (Mindest-)Lohn betrogen werden. Viele große Unternehmen der Fleischindustrie rekrutieren Arbeitskräfte über Subunternehmen im Ausland – aktuell vor allem in Südosteuropa – mit dem Versprechen eines Lohns, der über dem landesüblichen Lohn für Arbeiter*innen liegt, und der Bereitstellung einer vermeintlich kostengünstigen Unterkunft. Dies erscheint als eine attraktive Gelegenheit, etwas Geld zurückzulegen, den Kindern den Traum vom Studium zu ermöglichen, sich eine neue Existenz aufzubauen oder schlicht als Familie über die Runden zu kommen. Diese Erwartung wird systematisch enttäuscht – stattdessen wird die Abhängigkeit der Menschen von diesen Unternehmen schamlos ausgenutzt. So bezeugen beispielsweise betroffene Arbeiter*innen im Interview wie die Geflechte aus Subunternehmen migrantische Beschäftigte betrügen: „Was war das denn für ein Zimmer?“ / „Sechs Quadratmeter, man konnte sich da kaum umdrehen drin – und dafür hab‘ ich 400 Euro bezahlt.“ / „Wir haben im Netz ein Angebot gesehen in Rumänien – aber von den Versprechungen ist nichts eingetroffen hier. Die haben uns gesagt 80 Euro pro Bett, es waren 200.“ Durch die Beschäftigung über mitunter Ketten von Subunternehmen waren/sind die migrantischen Beschäftigten von der sogenannten Stammbelegschaft, die in der Regel als höher definierte Aufgaben im Produktionsprozess übernehmen, getrennt. Eine gemeinsame betriebliche Interessenvertretung gab es für sie nicht.

Um diese Arbeitsbedingungen zu untersuchen wird von Arbeits- und Industriesoziolog*innen seit einigen Jahrzehnten das Prekaritäts-Konzept verwendet, in welchem Phänomene der Ausbreitung informeller – insb. atypischer – Arbeit und eine damit einhergehende Verunsicherung und Entkollektivierung in der Arbeitswelt gebündelt werden. Prägend für die Entwicklung dieses Konzeptes waren zum Beispiel Robert Castel, Pierre Bourdieu oder Guy Standing, sowie im deutschen Sprachraum die Jenaer und Göttinger Arbeitssoziologie. Für Klaus Dörre wird der Begriff der Prekarität auf zwei Weisen verwendet: Zum einen gibt es eine zeitdiagnostische Verwendung, mit der versucht wird verschiedene Phänomene im Zusammenspiel von Erwerbsarbeit, Wohlfahrtsstaat und Demokratie auf den Begriff zu bringen. Der gemeinsame Nenner ist ein verändertes, für die Menschen verunsicherndes, „Macht-, Kontroll- und Disziplinarregime […], das Arbeitsgesellschaften als Ganze beeinflusst und verändert“.  Zum anderen wird der Begriff eher empirisch-analytisch gebraucht, um ausgehend von der Arbeitswelt die Situation oder Lage von konkreten Menschen(gruppen) zu beschreiben. Zuletzt wird u.a. vor dem Hintergrund migrantischer Arbeit und unter Bezug auf eine intersektionalen Perspektive von „multipler Prekarität“ gesprochen, wenn zu der Unsicherheit in Bezug auf die Arbeit (Leiharbeit, Saisonarbeit, befristete Verträge, Tarifflucht, etc.) weitere Dimensionen der Unsicherheit hinzukommen. So werden die oft schwierigen Lebensbedingungen migrantischer Beschäftigter in Deutschland durch ihre aufenthaltsrechtliche, Wohn- und Krankheits- oder Sozialversicherungssituationen, Kommunikationsbarrieren sowie diskriminierende Erfahrungen auf Ämtern und im (Arbeits-) Alltag zusätzlich belastet.

„Im Vertrag stand, dass wir acht Stunden pro Tag arbeiten, wir haben meist elf gearbeitet, bei der 2 Uhr Schicht haben wir immer elf Stunden gearbeitet. Wo sind die Stunden, die wir gearbeitet haben?“ – Anonymer Arbeiter

Mit dem Begriff der Prekarität schauen wir auf die Arbeit und darüber hinaus auf die Unsicherheiten im Leben von Beschäftigten. Eine alternative Heuristik ist die der Verletzlichkeit: Die migrantischen Beschäftigten in der Fleischindustrie werden an eine Position im Produktionsprozess z.B. an ein Fließband oder Waschbecken verwiesen. Dort müssen sie oft länger als beworben, vertraglich vereinbart und rechtlich zulässig bis zur völligen Erschöpfung arbeiten. Während der überlangen Arbeitszeit übernehmen die Beschäftigten körperlich anstrengende und monotone Aufgaben in einem stark arbeitsteiligen Produktionsprozess. Sie können diesen Prozess nicht mitgestalten, sondern haben nur die Wahl, diesen zu ertragen oder zu gehen und im Zweifel sogar arbeits- und obdachlos zu sein, da ihre Wohnsituation häufig an den Arbeitsvertrag geknüpft wurde. Die Beschäftigten sind zum einen bereits in einer Situation, in der sie durch die Migration große Teile von Freund*innen und Familie zurückgelassen haben. Zum anderen sind sie in Deutschland in ihren sozialen Kontakten eingeschränkt, da der Spracherwerb der deutschen Sprache i.d.R. mehrere Jahre dauert oder auf ihn verzichtet wird, wenn die Arbeit nur für einen bestimmten Zeitraum aufgenommen wird. Dies wird teilweise von Unternehmen ausgenutzt: Sie setzen Vorarbeiter*innen oder Mittelspersonen ein, die die Sprache der Beschäftigten sprechen. Diese sind dann der einzige Kommunikationskanal zwischen Arbeitgeber*innen und Beschäftigten und oft Teil eines Unterdrückungssystems. Die Beschäftigten werden nicht als Individuen, sondern als Teil einer Arbeitskraftmasse angesehen, die im benötigten Umfang beschafft werden kann. Individuelle Verhandlungen z.B. um die Anerkennung von Qualifikationen und Arbeitserfahrung werden i.d.R. ignoriert, gesellschaftliche und religiöse Feiertage, wie der 1. Mai oder der orthodoxen Ostersonntag, werden missachtet. Auf der Arbeit werden sie als Arbeitskraft angetrieben, angeschrien und gedemütigt. Und sie bekommen nur als Arbeitskraft befristete Einreiseerlaubnisse – selbst während der Covid-19-Pandemie, in der die Reisefreiheit ansonsten weitgehend eingeschränkt war.

„Kann man eigentlich auf Dauer in der Fleischindustrie arbeiten? Also jetzt bis, was weiß ich, bis zur Rente? Wäre das eine Arbeit, die Sie sich vorstellen könnten, bis zur Rente zu machen?“ / „Nein, das glaube ich, das kann ich mir nicht vorstellen. Es gibt auch, glaube ich, niemand, der bis zur Rente da arbeiten will. Ich kann jetzt zum Beispiel gar nicht arbeiten ohne so einen speziellen Gurt, so einen Rückstützgurt oder so, und also ich bin ja beim Arzt und kriege regelmäßig auch Akkupunktur, weil ich Probleme mit der Wirbelsäule habe, und ich kann gar nicht heben, wenn ich das nicht umhabe. Ja, sehr schwere Arbeit.“
Interviewer und Hasim*, Arbeiter in der Fleischindustrie

Verletzlichkeit (oder bedeutungsgleich: Verletzbarkeit; engl.: vulnerability) beschreibt zunächst die grundlegende Verletzungsoffenheit von Lebewesen in ihrer Leiblichkeit und ihrer sozialen, wechselseitigen Angewiesenheit aufeinander. Die Philosophin Judith Butler weist darauf hin, dass Verletzlichkeit jedoch erst in ihrer intersubjektiven Anerkennung hergestellt wird. Erst wenn die Verletzlichkeit eines Menschen, eines Lebewesens oder einer Gruppe anerkannt wird, stellt sie ein ethisches Problem dar und wird gegebenenfalls zu einem moralischen Anspruch auf Schutz und Fürsorge in einem sozialen Gefüge. Frihjof Nungesser versucht unseren Blick auf die Vielfalt der Verletzlichkeiten zu lenken, indem er Kanäle der Sensibilität beschreibt. So kann – wie oben dargelegt – nicht nur der Körper, sondern können auch die Körperkontrolle, der Handlungssinn, die soziale Einbettung, die Territorien des Selbst, der personale Status und identitätsstiftende Werte verletzt werden.

Prekarität als Konzept reicht also nicht aus, die Arbeits- und Lebenssituation der migrantischen Arbeiter*innen in der Fleischindustrie zu erfassen. Denn das Konzept ist (zu) eng mit einer bestimmten Vorstellung von Arbeit verbunden ist, die in einen sozialdemokratisch geprägten Gesellschaftsvertrag eingebettet ist und für Einkommens- und Versorgungssicherheit, aber auch positiv mit Arbeit verknüpfte Identitäten und Lebensstile steht. Anne Allison, die zu Prekarität in Japan geforscht hat, folgert: „Precarity marks the loss of this – the loss of something that only certain countries, at certain historical periods, and certain workers ever had in the first place“. Der Prekaritäts-Begriff hat also einen raum-zeitlichen und klassenspezifischen Bias. Selbst in seinem Kernbereich, des Einkommens durch Arbeit, macht er bestimmte Praktiken und Lebensformen im globalen Süden – aber auch im globalen Norden – unsichtbar. Madgalena Freudenschuß macht uns zudem darauf aufmerksam, dass die verlorene Sicherheit, also die empfundene oder zugeschriebene Unsicherheit, eine „diffuse Potenzialität und Realisierung zugleich“ darstellt. Der Begriff der Verletzlichkeit ermöglicht hingegen in der Paarung mit der Verletzung zwischen Potenzialität und Realisierung zu unterscheiden. Diese sprachliche Synchronität im Begriff der Prekarität führt dazu, dass tatsächliche Verletzungen keine Bedeutung erhalten. Zuletzt weist Nungesser darauf hin, dass nicht nur Menschen verletzlich sind. Während prekär ein Attribut ist, was (mindestens historisch gesehen) zunächst den Mensch in der Arbeitswelt beschreibt, ist es nahezu offensichtlich, dass alle Lebewesen verletzlich sind, die Verletzlichkeit auch unter ihnen ungleich verteilt ist und sie Verletzungen erfahren können.

Im Fall der migrantischen Beschäftigten in der Fleischindustrie können wir durch das Konzept der Prekarität sehen, wie der Anspruch (überwiegend) europäischer Arbeiter*innen nach einem sicheren Leben und auskömmlichen Gehalt für schwere, körperliche Arbeit uneingelöst bleibt, und sie durch Mikropolitiken im Betrieb und Makropolitiken im Nationalstaat des Arbeitsortes prekarisiert werden. Mit dem Konzept der Verletzbarkeit geraten die vielfältigen Sensibilitäten, das Bezogensein auf Andere und tatsächlich erlittene Verletzungen, wie die körperliche Gewalt und die Demütigungen durch die Vorarbeitenden, in den Fokus. Es wird deutlich, dass die Beschäftigten im bundesdeutschen politischen Diskurs und in der Arbeit primär als Arbeitskräfte und nicht als Menschen gesehen und anerkannt werden. Auch wenn die bestehende empirische Forschung noch nicht danach gefragt hat, kann außerdem die Bezogenheit auf nicht-menschliche Andere im Kontext der Schlachtung und Zerlegung von Tieren und deren Verarbeitung zu verkaufsfertigen Produkten relevant werden – und zwar sowohl in ihren Praktiken als auch in ihrer diskursiven Bedeutung vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Verletzbarkeit des Ökosystems, in das dieser Ort Fleischfabrik eingebunden ist.

Judith Butler bringt die beiden Begriffe in ein Verhältnis zueinander: Butler löst die Prekarität aus dem Arbeitskontext und beschreibt mit Prekärsein (engl.: precariousness) die Grundbedingungen der Verletzbarkeit von (menschlichem) Leben und mit Prekarität (engl.: precarity) die politischen und sozialen Ordnungen, die Verletzbarkeit ungleich verteilen. Dadurch wird Prekarität in Butlers Verständnis zu einem Machtinstrument. Diese Begriffsverwendung ist dabei nah an dem zeitdiagnostischen Verständnis, was Dörre (s.o.) beschreibt. Butler sensibilisiert uns für die Machtdimension der Verletzbarkeit, wenngleich der Vorteil (insb. in der deutschen Sprache) vom Prekärsein statt von Verletzlichkeit zu sprechen nicht überzeugt – auch weil das Prekärsein eine sprachliche Entfernung zur eigenen, unmittelbar zugänglichen Erfahrung herstellt. Der Verweis auf die Machtdimension sollte uns jedoch auf noch etwas stoßen: Beide Konzepte, Prekarität und Verletzlichkeit, stellen eine Schablone für den staatlichen Zugriff auf eben jene besonders gefährdeten Menschen(gruppen) dar. In gesellschaftlichen Kontexten in denen Verletzbarkeit politisch gewollt ungleich verteilt ist, bedeutet dies für die entsprechenden Menschen und Gruppen in der Regel nichts Wünschenswertes – kein Schutz, keine Sicherheit, sondern eine Verschärfung ihrer Situation. Das ist ebenfalls eine Facette der wissenschaftlichen Welterzeugung und damit Verantwortung. Han beschreibt dies beispielsweise an abgehängten Stadtvierteln in Santiago de Chile und Michael Coors an der Hierarchisierung „vulnerabler Gruppen“ währende der Corona-Pandemie. Für Han besteht die Alternative in der Vermeidung von sogenannten Großtheorien und in der Offenheit für Konzepte, die sich erst aus der empirischen (in ihrem Fall ethnografischen) Forschung ergeben. Die kontextspezifische Beschreibung von Erfahrungen und Praktiken kann ein Weg sein mit dieser Schwierigkeit umzugehen. Allerdings birgt sie auch eine Einschränkung wissenschaftlicher Theoriebildung und verkennt, dass Verletzlichkeit erst über ihre Benennung und Anerkennung herstellt werden muss.

Während der Covid-19-Pandemie fallen in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Schlacht- und fleischverarbeitende Betriebe auf, in denen sogenannte Superspreader-Events zu Masseninfektionen unter den Arbeiter*innen führen. Peter Birke, ein Göttinger Arbeitssoziologe, hat dokumentiert, wie die Sprecher*innen der industriellen Großunternehmen die Infektionen zunächst noch mit dem Heimaturlaub der migrantischen Arbeiter*innen begründen. Dagegen lenkten die Beschäftigten den Blick der Öffentlichkeit schnell zurück auf die Betriebe und ihre prekären Arbeits- und Lebensbedingungen. Viele gesellschaftliche und politische Akteure, allen voran Gewerkschaften, ergreifen Partei für die Beschäftigten. In Folge wurde 2020 ein Gesetz erlassen, das stärkere Kontrollen vorschreiben, Werkverträge als prekäre Rechtsform von Arbeit in der Fleischindustrie verbieten sowie ein Branchenmindestlohn beschlossen. Die Thematisierung und Kollektivierung der Prekarität hat zu einer konkreten Verbesserung in der Absicherung der Arbeitssituation von einigen Beschäftigtengruppen geführt. Die Verletzungen jedoch setzen sich fort – die vielfältigen Verletzlichkeiten bleiben unbestimmt und die Arbeiter*innen bleiben vorerst Arbeiter*innen.

„Dieser Rahmen, wonach die Normen der Anerkennung unerläßlich sind für die Konstituierung von Verletzbarkeit als einer Vorbedingung für das ‚Menschliche‘, ist nämlich genau aus dem Grunde wichtig, daß wir diese Normen brauchen und ihre Geltung wollen, daß wir für ihre Etablierung kämpfen und daß wir ihre kontinuierliche und umfassende Wirkungsweise zu schätzen wissen.“ – Judith Butler

„Du musst schwere Sachen heben, schnell und dauernd und repetitiv. Und das geht auf deinen Körper, es gibt keine Art und Weise, damit umzugehen, dass das nicht deinen Körper platt macht. […] Ich hatte einen Kollegen, der war unfassbar muskulös. Er hat mir erzählt, er arbeitet da vier Jahre, dass er jeden Tag nach der Arbeit nach Hause gegangen ist und erstmal so eine halbe Stunde, die heißeste Dusche, die möglich war, gemacht hat, so dass er am nächsten Tag weiterarbeiten konnte. Andere nahmen Ibuprofen so ab und zu, so dass sie mit den Schmerzen umgehen konnten.“Traian Ciuca*, ehemaliger Arbeiter bei Tönnies

* Alle Namen wurden durch die Autor*innen der zitierten Texte geändert.

Sabrina A. Arneth

Quellenangabe Bilder

“Demonstration vor dem Toennieskonzern“ vom 16.07.2020 von Hakanneu; Nutzung unter CC BY-SA 4.0 / Ausschnitt und farbliche Anpassung durch Sabrina A. Arneth
(https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Demo_vor_dem_Toennieskonzern.jpg)

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